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Über mich

Foto - Karin Kolbe

Die meisten in der Automatenszene kennen mich sicher. Nicht nur, weil ich eine der wenigen aktiven Frauen in dieser `Männerdomäne` bin.

Denen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich hier und heute vorstellen. Und die mich kennen, werden hier sicher noch das eine oder andere Neue erfahren!

 

Wie alles begann

Mein erster Kontakt zu Automaten war eigentlich recht unspektakulär. Das war Anfang 1976, mit knapp 15 in einer Kneipe. Dort lud mich jemand zum flippern ein. Das war an einem Monte Carlo von Bally (1973). Ob es der erste war, möchte ich nicht beschwören, aber es war zumindest der erste, an den ich mich bewusst erinnere.

Das war eine Zeit wo es in jeder noch so kleinen Kneipe oder Pommesbude mindestens einen Flipper, einen Geldspieler und eine Musikbox gab.

Ich erlebte den Übergang von den elektromechanischen Geräten zu den elektronischen der ersten Generation mit. Trotz so mancher Aufsteller sich mit der 'neuen' Technik anfangs schwer tat, verschwanden die elektromechanischen Flipper ziemlich schnell.

Automaten faszinierten mich so sehr, daß ich öfter statt in die Schule zu gehen lieber in Kneipen und Spielhallen ging um dort zu flippern.

Nach kurzer Zeit wuchs dann auch der Wunsch nach einem eigenen Flipper. Mein Traumflipper war damals der Fast Draw von Gottlieb. Der war selbst mit viel sparen unerschwinglich für mich. Da es unbedingt einer von Gottlieb sein sollte, entschied ich mich für den Snow Queen von 1970, der erste übrigens mit Bonuszählung.

Allerdings gab es auch noch andere interessante Automaten und so begann ich mich auch noch für Geldspieler zu interessieren. Mein erster eigener ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Das war der schon legendäre Monarch von Wulff. Den besitze ich im Gegensatz zu meinem ersten Flipper heute noch!

Ich habe noch die erste Generation elektronische Flipper mitgemacht und da bevorzugt Ballys gespielt. Gerne erinnere ich mich noch an Harlem Globetrotters, Mr. & Mrs. Pacman oder auch Centaur.

Mein Interesse verlagerte sich jedoch zunehmend auf Geldspieler. Die eine oder andere Kugel wurde schon mal gespielt. Oft nur einmal im Jahr, wenn im Januar die IMA (Internationale Münzautomatenausstellung) war. So verpasste ich den fast-Niedergang des Flippers mitte der 80er Jahre und die ‚Wachablösung' an der Spitze als Williams die Nr.1 auf dem Markt wurde.

Ich hatte anfang der 80er Jahre sogar mal eine Phase, an der ich gerne an Videoautomaten gespielt habe. Da waren meine Favoriten Donkey Kong , Space Panic und Quixx . Verglichen mit den heutigen Spielen waren die eher primitiv. Im Gegensatz zu den heutigen Videogames hatten die ihren eigenen Charme.

Noch ein wenig zu meiner ‚Geldspielerphase', begleitete die mich doch fast 15 Jahre mehr oder weniger ununterbrochen.

Anfang der 80er Jahre fing ich dann Automaten zu sammeln. Ich hatte zeitweise über 50 Geldspieler und als ich anfang der 90er Jahre noch einen Keller bei meinen Eltern im Haus bekam, kamen auch noch ein paar Flipper dazu. Ohne jedoch meinen Fokus auf Flipper zu legen. Da aber alte Liebe bekanntlich nicht rostet, gehörten ein paar Flipper einfach dazu.

Meine Geräte erwarb ich zum größten Teil über Zeitungsanzeigen. Bei Geldspielern habe ich immer die Firma Wulff bevorzugt weil die in meinen Augen die optisch schönsten Geräte gemacht haben. Mein erster wirklich alter Geldspieler war der Additor von Wulff. Ein Bekannter schleppte mich mal nach Essen zu einem Großhändler und dort stand eben jener Additor. Der Verkäufer war ein alter Bekannter. Unsere Wege sollten sich viele Jahre später wieder kreuzen......

Ich hatte nie vorher ein Gerät gesehen, das nach dem sog. Additionsprinzip arbeitete. Ich kannte nur die ganz normalen Geräte entweder mit Scheiben oder Walzen. Das weckte meinen Wissensdurst und so begann ich alte Automatenzeitungen zu suchen und auch zu finden und las die allesamt durch und erfuhr so eine ganze Menge über alte Automaten. Nebenbei fing ich dann auch noch an, alles mögliche in Papierform über Automaten zu sammeln. Da ist in all den Jahren einiges zusammen gekommen.

Lange dauerte es, bis ich mal die ersten Kontakte in die Szene knüpfte. Anfangs dachte ich noch, ich sei alleine mit diesem exotischen Hobby. Ein paar dieser Kontakte bestehen bis heute.

Wie es weiter ging

Ende der 80er Jahre habe ich mich eigentlich ziemlich zurückgezogen, aber nie so ganz. IMA-Besuche waren für mich jedes Jahr ‚Pflicht'.

Dann wurde ich `91 arbeitslos. Nach einem halben Jahr zuhause ging ich dann auf Arbeitssuche und wie der Zufall es wollte, wurden gerade mal wieder bei uns in der Spielothek Leute gesucht. Warum also nicht, für eine Weile ganz nett und außerdem hatte ich nach wie vor Interesse an Automaten. Aus dem Kurzzeitjob wurden fast 10 Jahre und ein neu entflammtes Interesse an Flippern. Jahre, in denen ich mehr lernte als in allen Jahren zuvor.

Als ich dort anfing, standen da fünf Flipper. Und einer davon zog mein Interesse auf sich. Es war der Terminator 2 von Williams . Der, mit dem der letzte große Flipperboom in den 90ern begann. Ich weiß nicht, wie viele Stunden, wie viele Spiele ich am Terminator gemacht habe im laufe der Jahre, aber ich bin mir sicher, kein Gerät habe ich öfter gespielt und keines das besser kenne!

1993 habe ich dann meine erste Pinball Expo in Chicago besucht. Habe da zum ersten mal live eine Flipperproduktion gesehen. Habe das erste Mal die ‚geheiligten Hallen' von Williams in der North California Ave. besucht. Ich erinnere mich auch noch genau an die Flipper, die da gerade vom Band liefen. Das war zum einen der Indiana Jones und zum anderen der Judge Dredd. Die ganze Halle war ausschließlich von Flippern belegt. Gut 200 Stück liefen damals pro Tag vom Band. Gute alte Zeiten! Auch erinnere ich mich noch gut an meine erste Begegnung mit Steve Ritchie, meinem Lieblingsdesigner. Als ich von ihm erfuhr, das Star Trek: The next Generation sein nächster Flipper sei. Der ist übrigens neben dem T2 einer meiner all-time-favorites.

Heute werden übrigens an der Adresse keine Flipper mehr gefertigt. Da ist heute Verwaltung und Konstruktion, an der neuen Adresse in Waukegan (da war die Flipperproduktion in den letzten Jahren) werden heute ausschließlich Slotmachines gebaut.

Ich habe auch alle anderen (damals noch) existierenden Flipperproduktionsstätten gesehen, Alvin G., Gottlieb, Capcom und Data East/Sega/Stern.

Auf der Pinball Expo habe ich viele Leute kennen gelernt, viele der Leute, die in irgendeiner Form an der Entwicklung von Flippern mitgewirkt haben.

Im Laufe der Jahre gab es auch in Deutschland immer mehr Flipperveranstaltungen. Im Mai 1996 war dann in Meinerzhagen das erste Treffen Flipperinteressierter in Meinerzhagen. Initiiert wurde das ganze von Bernhard Wagner. Daraus sollte dann zwei Jahre später die GPA (German Pinball Association) entstehen. Auch Holland hatte zu der Zeit schon ein aktive Szene, deren Verein NFV (Nederlandse Flippervereniging) schon seit 1992 existiert.

Das Internet hat auch einiges dazu beigetragen das Hobby Flipper weiter zu verbreiten. Das Pinball-Network, Deutschlands größtes Flipperforum kenne ich auch schon seit den Anfängen. Aus am Anfang einer Hand voll Leute sind mittlerweile über 1000 geworden, von denen allerdings nur ein gewisser Anteil wirklich aktiv ist. Ich habe sehr viele neue Leute dadurch kennen gelernt, es sind einige gute Freundschaften daraus erwachsen. So viel zum Thema Internet macht einsam.

Bezüglich Flipper hat es in den letzten Jahren einen nicht zu übersehenden Wandel gegeben. Der Flipper ist leider immer mehr aus der Öffentlichkeit verschwunden. Heute stehen wahrscheinlich viel mehr Flipper bei Privatleuten als draußen. Das ist auf der einen Seite schade, auf der anderen auch gut, weil so hoffentlich viele Geräte erhalten bleiben und liebevoll wieder auf Vordermann gebracht werden.

Neben meiner mittlerweile sehr umfangreichen Sammlung an Flipperwerbung und Promoplastics (wo ich nach wie vor noch auf der Suche bin!) habe ich folgende Geräte in meiner Sammlung:

Attack from Mars, Cirqus Voltaire, Medieval Madness, Monster Bash, The Getaway:High Speed II, Star Trek: The next Generation, Terminator 2, Tales of the Arabian Nights und Big Bang Bar, auf den es sich gelohnt hat, 1 1/2 Jahre zu warten!

Meine zweite große Liebe neben den Flippern sind meine vier Katzen Lucy (Maine Coon), Gizmo (Siam-Mix) Senior Goofy (Birma) und Junior Yashi, 'Ableger' von Gizmo und Lucy. Nicht umsonst habe ich mir den Nickname Pinballcat zugelegt!

Kater Goofy, an dem ich sehr gehangen habe, mußte ich leider schweren Herzens am 13.2.2007 im Alter von 18 1/2 Jahren einschläfern lassen. In meinem Herzen wird er weiterleben!

Ende Oktober 2007 ist ein neuer 'Mitbewohner' bei mir eingezogen, Birmakater Homer, der so ganz das Gegenteil von Goofy ist.